20.06.2014, 09:20 Uhr

Wichtige Fütterungstipps

Wir haben einige Fütterungstipps für Sie zusammengestellt:

  • Vor jeder Kraftfuttergabe zuerst Heu füttern! Beim Fressen von 1 kg Heu wird ca. 1 l Speichel gebildet, welcher den pH-Wert im Magen-Darmtrakt richtig einstellt (Kolikvermeidung).
  • Heu, Silage, Gras und Kraftfutter auf mindestens zwei bis drei Mahlzeiten verteilen! Pferde sind Dauerfresser und stellen ihre Verdauungssäfte ständig zur Verfügung. Hunger wird durch viele Kauschläge (Rauhfutter) befriedigt.
  • Je Fütterung nur eine maximale Kraftfuttermenge von 2 bis 2,5 kg! Das gewährleistet eine optimale Durchsäuerung des Futterbreies im Magen (Keimabtötung).
  • Heumenge je 100 kg Lebendmasse und Tag: mind. 1 - 1,5 kg  (Winterfütterung).
  • Schimmel im Futter schädigt die Leber und die Atmungsorgane.
  • Nach Stress (langer Ritt, hartes Training, Transport, Geburt) 2 Std. kein Kraftfutter geben, nur Heu und Wasser (Kolikvermeidung).
  • Sauberes frisches Wasser! Bedarf je Tag/Pferd (600 kg): ca. 40 - 60 l, Fohlenstuten bis 80 l.
  • Staubiges Futter (Heu oder zu stark gequetschtes Getreide) anfeuchten zur Vermeidung von Atemwegsreizungen!
  • Quellende Futter genügend lange einweichen und sofort verfüttern! (z.B. Melasseschnitzel gären bei hohen Temperaturen schnell (Kolikvermeidung).)
  • Heu oder Silage kann nicht durch Stroh ersetzt werden, reine Strohfütterung (Winter) lässt die Darmflora der Pferde verarmen. Schlechte Futterverwertung, Vitaminbildungsstörungen, sinkende Immunabwehr oder Verstopfungskoliken können die Folgen sein.
  • Pferde sind aus Ihrer Evolutionsgeschichte Rauhfutterfresser, daher sollte Kraftfutter eine hohe Stärkeverdaulichkeit im Dünndarm besitzen, das schont die Darmflora im Blinddarm- und Dickdarmbereich. Daraus folgt, dass Gerste, Mais und Weizen aufgeschlossen werden müssen.
  • Umstellungen in der Fütterung sollten langsam erfolgen, das gilt besonders für den Beginn der Weidezeit! Langsames Anweiden (notfalls mit Fressregulatoren) helfen Koliken und Hufrehe zu vermeiden. Besonders kalte, feuchte und heiße, trockene Tage führen zu hohen Fruktangehalten im Gras und sind für anfällige Pferde gefährlich. (Stengel enthalten mehr Fruktan als Blattwerk.)
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